Autor Thema: Unrunder ruckeliger Motorlauf  (Gelesen 2151 mal)

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prinzchen

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Unrunder ruckeliger Motorlauf
« am: 26. Juli 2015, 11:52:47 »
Hallo Forum,

beim Fahren zum Einkaufen hat meine Barchetta plötzlich merkwürdige Eigenschaften zu Tage gelegt. Der Motor ruckelte, hatte keine Leistung mehr und die Fahrt war nur durch ständiges Kuppeln mit Gasstößen weiterzuführen. Auch im Standgas hörte sich die Maschine alles andere als gut an.

Gestern Abend habe ich die Suchfunktion des Forums bemüht und versucht, mögliche Fehlerquellen zu eroieren.

Ich will es kurz machen: Dank des Forums habe ich den Fehler innerhalb von wenigen Minuten gefunden. Dieser Fehler hätte mich unendlich viel Geld, geschweige Nerven gekostet!

Die Lösung stammt von McFin vom 18.08.2009, ich habe sie mal hierhin kopiert;

Hi,

also ich hatte in den vergangenen 3 Wochen ebenfalls das Vergnügen, dass meine Kleine nicht mehr rund lief. Anfangs hat es damit begonnen, dass sie im Kaltbetrieb normal lief und sobald sie dann warm wurde, nur noch sehr unrund lief. Unrund bedeutete in meinem Fall, dass der Motor im Leerlauf oft nur auf 3 Pötten vor sich hin blubberte und unter Last ein Topf immer mal wieder ausfiel. Hier meine Leidensgeschichte:

Ok, es muss was gemacht werden.  :forensuche: war angesagt:

1. Tipp: Zündkerzen... Also neue Kerzen rein. Ergebnis: Schuss in den Ofen. Keine Änderung. Ok, weiter zum nächsten Tipp... :?

2. Tipp: Kontaktspray! Also los und eine Dose Kontakt 60 geholt und alle Stecker abgezogen und die Kontakte schön mit dem Mittelchen eingesprüht und dabei mal die Kabel optisch prüfen. Abwarten, bis sich das Zeug wieder verflüchtigt hat und wieder alle Stecker zusammenstecken. Ergebnis: Schuss in den Ofen. Keine Änderung.  :x
Inzwischen war das ganze auch schlimmer geworden. Sobald der Motor warm war, viel ein Topf immer öfter aus und im Leerlauf lief sie nur noch auf drei Töpfen. Scheint also etwas schwerwiegenderes zu sein. Es stellte sich schnell heraus, dass es der 2. Topf war. Der Test ist ganz einfach: Steuerkabel von der Einspritzdüse abziehen und wenn sich nichts am Lauf des Motors ändert, dann ist es der Topf. Also weiter mit Tipp 3...

3. Tipp: Die Zündspulen müssen es sein! Also machen wir den Test. Wechsle Zündspule des 2. Zylinders gegen die des 3. Zylinders. Wenn es die Zündspule ist, wandert der Fehler mit... Ergebnis: Schuss in den Ofen. Keine Änderung.  :x Der Fehler bleibt auf dem 2. Zylinder. Also weiter mit dem nächsten Test...

4. Tipp: Wenn es also nicht die Zündspule ist, dann kann es nur noch die Einspritzdüse sein. Gleicher Test; Tausche Einspritzdüse des 2. Topfs mit der des 3. Topfs. Ergebniss: Schuss in den Ofen. Keine Änderung. :x  Der Fehler bleibt auf dem 2. Zylinder. Ein schlimmer Verdacht kam auf: Es ist etwas mit der Mechanik! Nockenwelle rund, verbranntes Ventil oder gar Kolbenringe gebrochen oder Loch im Kolben? :shock:  :help:

5. Tipp: Um einen mechanischen Defekt auszuschließen muß die Kompression gemessen werden. Ergebnis: Schuss in den Ofen. Oder besser Glück gehabt, alles i.O. Aber jetzt wurde es haarig...

Zusammenfassung bis hier:
- Kerzen i.O.
- Zündspule i.O.
- Einspritzdüse i.O.
- Mechanik i.O.

Jetzt ist Denken gefragt, also Testen wir mal, ob ein Zündfunke da ist. Einfach eine alte Kerze nehmen, an die Zündspule hängen und gegen Masse halten. Motor von einer 2. Person starten lassen und dabei aufpassen, dass man keine gewischt bekommt. Ergebnis: Kein Funke! Schnell der Gegentest auf dem 3. Zylinder... Ja, da ist ein Funke. Immerhin, einen Schritt weiter.
Für die nächsten Tests war mit einem Multimeter nötig. Bekommt die Zündspule eigentlich Saft? Messe Rot gegen Schwarz. Ergebnis: Saft ist da.
Ok, evtl. bekommt die Spule keinen Impuls... Jetzt könnte es das Steuergerät sein oder das Impulskabel. Flux den Stecker vom Leistungsmodul abgezogen und Durchgemessen. Ergebnis: Holzweg... Kabel ist i.O.
F..k! Es scheint das Steuergerät zu sein. Ok, mit etwas Glück in der Bucht einen kompletten Satz bestellt. Steuergerät, WFS, Zündschloss, Türschlösser, 2 Schlüssel & den Roten (!) und alle Codecards...

(ein paar Tage später)

Eben schnell mal die Verkleidung runter und alles umgesteckt (MSG, WFS und Zündschloß). Motor an und...  :shock: Immernoch will der 2. Topf nicht.  :aerger:

Ok, jetzt war guter Rat teuer... Aus welchem Grund auch immer, habe ich das Zuführungskabel zum Leistungsmodul abgezogen und als ich mir dieses dann genauer angesehen habe, sah ich einen Bruch in der Isolierung des Kabels in der Biegung ca 2-3mm  vor dem Stecker. Nicht zu sehen, wenn der Stecker eingesteckt ist. Das Kabel war quasi durch. In einer Not OP habe ich die Stelle behelfsmäßig gelötet und das Ergebnis: Sie ist wieder voll da!  :jump: :freude:

Das Kuriose an der Sache ist, dass ich einen Impuls messen konnte. Vermutlich ist einfach nur der Strom nicht stark genug gewesen. Kleiner Fehler, große Wirkung...

Gruß,
Thomas

Ende

An dieser Stelle sage ich vielen Dank Thomas!
Bei mir war auch ein offensichtlicher Kabelbruch ca 2mm nach der Knickstelle, der mit bloßem Auge erkennbar war. Nachdem ich das Kabel mal povisorisch gradegebogen habe, war wieder alles normal! Der Fehler ist klein, aber mit extrem unangenehmer Auswirkung!

Das wollte ich Euch nicht vorenthalten und nochmals einen Dank ans Forum weitergeben!
viele Grüße
Micha